Herzlichen Glückwunsch: AMUNT Martenson gewinnt den VELUX Architekten-Wettbewerb 2020!

,Ein Dachraum‘ von AMUNT Martenson aus Aachen überzeugt die Jury und gewinnt den diesjährigen VELUX Architekten-Wettbewerb - mit einem Refurbishment eines Reihenhauses aus den 60er Jahren. Chaletarchitektur und rustikale Zeltanmutung einerseits, moderner Loft- und Workshopcharakter andererseits: Der Dachraum ist komplett neu entstanden, hell, räumlich optimiert durch maßgeschneiderte Einbauten, Holz dominiert als Material. ,,Mein Ansatz war und ist immer, möglichst viel Licht in den Innenraum zu bringen und Grenzen nach außen aufzulösen‘‘, erklärt Björn Martenson im Interview. Das ist gelungen, so das einstimmige Urteil der Fachjury unter Vorsitz von Helmut Dietrich von Dietrich I Untertrifaller Architekten.

Licht.Raum.Mensch. ist der Themenkomplex, zu dem Architekten, Innenarchitekten und Planer ihre Bauprojekte eingereicht haben. Im Fokus aller Entwürfe steht das gelungene Zusammenspiel von Tageslicht, Luft und Raumqualität. Aus einer Shortlist mit sechs Projekten wählte die Jury nun drei Sieger: Platz eins gewinnt das Wohnkonzept für eine junge Familie von AMUNT Martenson. Platz zwei vergab die Jury an das Projekt ‚Zusammenspiel | Vom Kloster zur Musikakademie‘. Brückner & Brückner Architekten aus Würzburg beeindruckten dabei insbesondere mit zwei Übungsräumen im Dachgeschoss, die sie mit modularen Oberlichtern nach oben öffneten. Der dritte Platz geht nach Biberach an Christine Reck Architekten für ‚Haus Mühlhäuser‘, den Neubau eines Einfamilienhauses. Bemerkenswert sind hier die zweigeschossigen, teils unkonventionell geschnittenen Lufträume. Zudem vergab die Jury eine Anerkennung an AFF Architekten aus Berlin für ihr Projekt ‚Haus Lindetal‘ und dankt heilergeiger architekten und stadtplaner und Frey Architekten Stuttgart für die Einreichung ihrer Projekte.

Abschließend danken wir der diesjährigen Jury für ihr Mitwirken: Helga Blocksdorf von Helga Blocksdorf Architektur, Julia Brick von VELUX Deutschland, Helmut Dietrich von Dietrich I Untertrifaller Architekten, Martin Murphy von Störmer Murphy and Partners sowie Jakob Schoof von DETAIL. Corona macht auch vor feierlichen Momenten nicht Halt und die Preisverleihung fand am 30. September erstmalig online statt. Detaillierte Informationen, Projektdarstellungen und viele Fotos finden Sie in der Dokumentation des Wettbewerbs, die der Oktoberausgabe der DETAIL in Deutschland, Österreich und der Schweiz beiliegt sowie auf detail.de.

1. Preis | Ein Dachraum

Amunt Martenson, Aachen

Jurystatement:
Qualität hat nichts mit Größe zu tun und gute Architektur muss sich nicht verkleiden. Dieser Dachgeschossausbau löst eine ganz alltägliche Bauaufgabe mit minimalem Budget auf überzeugende Weise. Seine Qualität fußt vor allem auf drei Tugenden: der Kunst des Weglassens, der konsequenten Offenlegung der Konstruktion und der weitgehenden Beschränkung auf das Vorgefundene. Wenige Farben und Materialien ergänzen sich zu einem harmonischen Zusammenklang, Architektur und Möbelbau verschmelzen zu einer selten gesehenen Synthese. Die schlanken, hohen Dachfenster verleihen dem Einraum unter dem Dach mit ihrer wohlüberlegten Platzierung Eleganz und Spannung.
© Amunt Martenson

2. Preis | Zusammenspiel | Vom Kloster zur Musikakademie

Brückner & Brückner Architekten, Würzburg

Jurystatement:
Souverän haben die Architekten den einstigen Ort des Gebets und der Stille in einen Ort der Musik verwandelt. Von der Gesamtanlage bis ins Detail hält das Projekt das gleiche hohe Qualitätsniveau, und wie bei jedem gelungenen Umbau lebt das Neue aus dem historischen Bestand und stärkt diesen zugleich. Historische Bauteile wurden feinfühlig instandgesetzt und das Neue stimmig ergänzt. Den Kern der Anlage bilden nun drei Säle mit sehr unterschiedlichem Charakter und unterschiedlicher Lichtstimmung. Wohltuend für die Außenansicht ist die Beschränkung auf nur ein Oberlichtband entlang des Firsts –eine an sich schwierige Lösung, die hier jedoch meisterhaft gelöst wurde und innen hinter den historischen Dachstuhl zurücktritt.

© mju-fotografie/Dieter Leistner

3. Preis | Haus Mühlhäuser

Christine Reck Architekten, Biberach an der Riß

Jurystatement:
Aus der anspruchsvollen Hangtopografie heraus haben die Architekten ein vielgesichtiges Haus mit abwechslungsreicher Kubatur entwickelt, in dessen Innerem sich immer wieder spannende Quer- und Durchblicke öffnen. Zweigeschossige, teils unkonventionell geschnittene Lufträume schaffen Zusammenhänge über die Ebenen hinweg. In ihrer Wirkung unterstützt werden sie durch überlegt platzierte Dachfenster, die Tageslicht tief ins Haus holen, ohne Einblicke zuzulassen. Eine homogene Materialpalette aus Weißtanne und Sichtbeton verleiht der Raum- und Formvielfalt außen und innen ihren Zusammenhang.
© Martin Duckek

Anerkennung | Haus Lindetal

AFF Architekten und Stephan Hahn, Berlin

Jurystatement:
Drei Aspekte überzeugen an diesem Haus vor allem: die reduzierte und doch spannungsvolle Materialpalette, die handwerklich perfekte Ausführung und das wohlüberlegte Spiel mit Proportion, Symmetrie und Asymmetrie. Jedes Detail wirkt durchdacht, selbst das Split-Level-Konzept des Hauses wird bereits in der gestuften Bodenplatte aus Beton vorbereitet und findet seinen Abschluss in einem asymmetrischen Giebeldach. Die Grundrisse sind wohlproportioniert und weitgehend symmetrisch, doch diese Symmetrie findet außen keine Entsprechung. Stattdessen finden wir dort ein spannungsreiches Fassadenbild mit großen, gut platzierten Öffnungen in einer unbesäumten, anthrazitfarbenen Stulpschalung. Sie verleiht dem Haus Eigenständigkeit in seinem dörflichen Kontext, ohne es als Fremdkörper zu exponieren.
© Hans-Christian Schink

Nominierung | Kita Karoline Goldhofer

heilergeiger architekten und stadtplaner, Kempten

Jurystatement:
Der Umbau einer Villa zur Kindertagesstätte zeigt uns, welches Zukunftspotenzial in der kreativen Aneignung des Gebäudebestands steckt. Im Wohnhaus, in der Garage und im Schwimmbad sind vielfältige Raumsituationen entstanden, die ihre Entsprechung in einer rohen, collagenhaften Materialverwendung finden. Mit seiner drastisch verbesserten CO2-Bilanz nimmt das Haus die Klimaschutzziele für 2050 bereits jetzt vorweg – und das mit einfachen konstruktiven Mitteln und ohne Rückgriff auf konventionelle Außenwanddämmungen. Durch das Haus-im-Haus-Konzept mit diaphaner Hülle haben die Architekten zusätzlichen, lichtdurchfluteten Bewegungsraum geschaffen und den Altbau neu in seinen grünen Umraum eingebettet. In der sonst dunklen Mitte des Hauses bilden modulare Oberlichtbänder eine ebenso notwendige wie stimmige Ergänzung des Tageslichtkonzepts.
© Nicolas Felder Fotografie

Nominierung | Wohnen am alten Weinberg

Frey Architekten, Stuttgart

Jurystatement:
Mit einer enormen Energieleistung haben die Architekten ihren Rettungseinsatz für einen 10 Jahre lang leerstehenden Altbau zu einem glücklichen Ende geführt. Das Resultat ist ein Haus-Archetyp, wie ihn jedes Kind zeichnen würde, ohne überflüssige Elemente, mit spannungsvoll proportionierten Fassaden und minimalem Dachüberstand. Die feingliedrigen Eichenfenster und der unregelmäßige Besenstrichputz binden das Haus in den historischen Kontext der Siedlung ein. Im Inneren war die komplette Neustrukturierung vom Geschosswohnungsbau zum spiegelsymmetrischen Doppelhaus Voraussetzung für zeitgemäße Raumzuschnitte und Tageslicht durchs Dach. Der teilweise freigelegte Holzdachstuhl erinnert subtil an die Vorgeschichte des Hauses, ohne als historisches Exponat oder Fremdkörper zu wirken.
© Frey Architekten

Bei Fragen

Kontaktieren Sie uns gern per E-Mail: aw@velux.de